Hanns & Oona

Zurück zum Notizbuch

Ein Notizbuch für Gedanken, die bleiben.

Manche Artikel liest man und vergisst sie wieder. Andere verändern, wie man über ein Thema denkt. Wir möchten diese Gedanken festhalten: die Ursachen, die Muster, die Belege und die Sätze, die im Kopf bleiben. Aus unseren Gesprächen und den Quellen dahinter entsteht hier nach und nach ein öffentliches Notizbuch.

1. Unsere Idee

Hanns & Oona ist ein persönliches Notizbuch zum Mithören.

Wir beschäftigen uns mit interessanten Artikeln, Studien, Ideen und Entwicklungen rund um SEO, GEO, künstliche Intelligenz, Markenführung und die Zukunft des Internets.

Wir lesen, diskutieren, hinterfragen und lernen.

Der Podcast macht einen Teil dieser Gedanken hörbar.

Das Notizbuch bewahrt das Wissen, das dabei entsteht.

Es soll uns helfen, interessante Erkenntnisse nicht wieder zu vergessen, Zusammenhänge über längere Zeit zu erkennen und gute Gedanken später schnell wiederzufinden.

Jeder darf darin stöbern und die Erkenntnisse für sich nutzen.

2. Wir sammeln Erkenntnisse, nicht Schlagzeilen

Eine Nachricht sagt uns, was passiert ist.

Eine gute Notiz erklärt, warum etwas passiert, wie es funktioniert und woran wir ähnliche Entwicklungen erkennen können.

Deshalb interessieren uns besonders:

  • Ursachen: Warum entwickelt sich etwas?
  • Mechanismen: Wie funktioniert der zugrunde liegende Prozess?
  • Signale: Welche Beobachtungen deuten auf eine Veränderung hin?
  • Muster: Welche Zusammenhänge wiederholen sich?
  • Belege: Welche Daten, Untersuchungen und Quellen stützen eine Aussage?
  • Prognosen: Welche Entwicklungen werden erwartet und warum?
  • Gegenargumente: Was spricht gegen eine These?
  • Offene Fragen: Was haben wir noch nicht verstanden?

Eine gute Notiz soll mehr leisten als eine Zusammenfassung.

Sie soll helfen, die Welt ein kleines Stück besser zu verstehen.

3. Wir wollen die Argumentation verstehen

Wenn ein Autor eine Prognose aufstellt, genügt es nicht, diese Prognose aufzuschreiben.

Wir wollen wissen:

Warum kommt der Autor zu dieser Einschätzung?

Welche Beobachtungen liegen ihr zugrunde?

Welche Annahmen werden gemacht?

Welche alternativen Erklärungen gibt es?

Was müsste passieren, damit sich die Prognose bestätigt oder widerlegt?

Wir unterscheiden konsequent zwischen Ursache, Indiz, Korrelation und nachgewiesenem Zusammenhang.

Ein Signal ist noch kein Beweis.

Eine plausible Erklärung ist noch keine gesicherte Tatsache.

4. Die Originalquelle ist wichtiger als unser Podcast

Unser Notizbuch basiert nicht allein auf dem, was wir in einer Podcastfolge besprechen.

Ein guter Artikel enthält oft mehr Erkenntnisse, als in ein Gespräch passen.

Deshalb sammeln wir auch relevante Thesen, interessante Zahlen, Beispiele und Zitate, die im Podcast nicht ausdrücklich vorkommen.

Die Originalquelle wird vollständig berücksichtigt, soweit sie uns rechtmäßig zugänglich ist.

Der Podcast ist unsere Auseinandersetzung damit.

Das Notizbuch darf darüber hinausgehen.

5. Wir bewahren starke Gedanken und Formulierungen

Manche Sätze verdienen es, aufgehoben zu werden.

Weil sie einen komplexen Zusammenhang ungewöhnlich klar erklären.

Weil sie überraschen.

Weil sie einer verbreiteten Annahme widersprechen.

Oder weil sie einen ausgezeichneten Einstieg in eine Präsentation, einen Artikel oder eine Diskussion bilden.

Wir nennen solche Fundstücke Wachmacher.

Wir sammeln drei Arten:

Originalzitate

Besonders treffende, wortgetreue Aussagen eines Autors.

Immer mit eindeutiger Zuschreibung, Originalquelle und möglichst genauer Fundstelle.

Verdichtete Kernaussagen

Komplexe Gedanken werden in eigenen Worten möglichst klar und knapp zusammengefasst.

Sie werden niemals als wörtliche Zitate ausgegeben.

Eigene Wachmacher

Pointierte Formulierungen, Vergleiche, Fragen und Zuspitzungen, die aus unserer Beschäftigung mit einem Thema entstehen.

Sie dürfen überraschend sein, aber niemals auf Kosten der sachlichen Richtigkeit.

Ein guter Wachmacher ist nicht einfach laut.

Er macht einen Gedanken sichtbar, den man danach nicht mehr so leicht vergisst.

6. Wir trennen Fakten, Thesen und Interpretationen

Jeder Eintrag muss erkennen lassen, welchen Status eine Aussage hat.

Wir unterscheiden:

Fakt: Eine überprüfbare, durch Quellen gestützte Aussage.

These: Eine begründete, aber nicht abschließend gesicherte Annahme.

Interpretation: Eine Deutung von Daten, Aussagen oder Entwicklungen.

Prognose: Eine Erwartung über eine zukünftige Entwicklung.

Originalzitat: Eine wortgetreu belegte Aussage.

Paraphrase: Eine sinngemäße Zusammenfassung in eigenen Worten.

Offene Frage: Eine ungeklärte Fragestellung.

Widerlegte oder überholte Aussage: Eine frühere Erkenntnis, deren Bewertung sich durch neue Informationen verändert hat.

Wir formulieren Unsicherheit dort, wo sie tatsächlich besteht.

Wir übertreiben sie aber auch nicht künstlich.

7. Herkunft ist unverzichtbar

Jede aus einer externen Quelle übernommene Erkenntnis benötigt eine nachvollziehbare Herkunft.

Dazu gehören nach Möglichkeit:

  • Autor oder Organisation
  • Titel
  • Veröffentlichungsdatum
  • Original-URL
  • Konkrete Fundstelle
  • Zugehörige Podcastfolge
  • Datum der Aufnahme ins Notizbuch
  • Datum der letzten Überprüfung

Eine bloße Verlinkung auf die Homepage eines Autors genügt nicht, wenn ein konkreter Artikel verfügbar ist.

Zahlen benötigen ihren Untersuchungsrahmen.

Originalzitate dürfen nicht erfunden, stillschweigend verändert oder ohne Kennzeichnung übersetzt werden.

Wir beachten Urheber- und Zitatrechte. Längere fremde Textpassagen werden nicht einfach übernommen.

8. Wir suchen nach Zusammenhängen

Das Notizbuch ist keine Sammlung voneinander unabhängiger Artikelzusammenfassungen.

Neue Erkenntnisse sollen mit vorhandenen Gedanken verbunden werden.

Wir interessieren uns besonders dafür, wenn:

  • Zwei Autoren dasselbe Phänomen unterschiedlich erklären.
  • Neue Untersuchungen eine frühere These unterstützen.
  • Ein Argument einer bisherigen Annahme widerspricht.
  • Eine Prognose später überprüft werden kann.
  • Ein Muster in einem anderen Themengebiet erneut auftaucht.
  • Eine Erkenntnis für ein anderes Projekt praktisch relevant wird.

Widersprüche sind kein Fehler des Notizbuchs.

Sie sind oft der Beginn einer interessanten Frage.

9. Das Notizbuch darf seine Meinung ändern

Wir müssen nicht von Anfang an recht haben.

Wenn neue Informationen eine frühere Einschätzung verändern, dokumentieren wir das.

Alte Prognosen werden nicht nachträglich so umformuliert, als hätten wir die Entwicklung immer schon richtig eingeschätzt.

Wir bewahren nachvollziehbar, was wir zu einem bestimmten Zeitpunkt wussten, vermuteten oder erwartet haben.

Lernen bedeutet auch, die eigenen Irrtümer erkennen zu können.

10. Wir verdichten, ohne zu verfälschen

Unsere Notizen sollen kurz genug sein, um später schnell wiederverwendet werden zu können.

Aber nicht so kurz, dass entscheidende Einschränkungen oder Zusammenhänge verloren gehen.

Wir vermeiden:

  • Nichtssagende Allgemeinplätze
  • Bloße Wiederholungen von Überschriften
  • Unnötige Fachsprache
  • Überzogene Schlussfolgerungen
  • Erfundenen Konsens
  • Falsche Zuschreibungen
  • Künstlich dramatische Formulierungen
  • KI-typische Füllsätze

Die beste Formulierung ist nicht unbedingt die kürzeste.

Es ist diejenige, die den Gedanken am klarsten transportiert.

11. Wir sammeln nicht alles

Das Notizbuch soll mit jeder Folge wertvoller werden, nicht nur größer.

Deshalb nehmen wir nicht jede Aussage eines Artikels auf.

Eine Erkenntnis sollte mindestens einen dieser Zwecke erfüllen:

Sie erklärt einen wichtigen Zusammenhang.

Sie liefert einen ungewöhnlichen Beleg.

Sie stellt eine verbreitete Annahme infrage.

Sie beschreibt ein wiederkehrendes Muster.

Sie ermöglicht eine spätere Überprüfung.

Sie eröffnet eine neue Forschungsfrage.

Oder sie ist außergewöhnlich gut formuliert.

Nicht jede Information ist es wert, dauerhaft aufgehoben zu werden.

12. Das Notizbuch ist ein Werkzeug

Wir möchten das gesammelte Wissen später für unterschiedliche Aufgaben nutzen:

  • Neue Podcastfolgen vorbereiten
  • Vorträge und Präsentationen erstellen
  • Starke Originalzitate wiederfinden
  • LinkedIn-Beiträge entwickeln
  • Frühere Prognosen überprüfen
  • Unterschiedliche Autoren vergleichen
  • Eigene Hypothesen weiterentwickeln
  • Neue Forschungsfragen entdecken

Deshalb sollen Erkenntnisse einzeln auffindbar, kopierbar, verlinkbar und thematisch verknüpfbar sein.

Eine gute Notiz muss auch außerhalb des ursprünglichen Artikels verständlich bleiben.

Die Originalquelle und wichtige Einschränkungen müssen dabei erreichbar bleiben.

13. Unsere wichtigste Regel

Wir sammeln nicht möglichst viele Informationen.

Wir sammeln die Gedanken, die es wert sind, wiedergefunden zu werden.

Und wir versuchen zu verstehen, warum sie wichtig sind.